XBR Jubiläums Alpentour 2003

A-Tourbericht von der 10-ten XBR Alpentour vom Organisator Robert Köber
mit Anmerkungen von Johannes. Gruppe A fuhr im Gegensatz zu Gruppe B etwas mehr Schotterstrecken und vielleicht ein oder zwei andere Schlenker....

Straff organisiert und geplant mit Denzel Alpenstrassenführer von Robert mit komplizierten und aufwändigen Buchungen der Hotels (die ja dem Gourmet entsprechen mussten.. und fürwahr auch entsprochen haben!)
Die genaue Tourbeschreibungen mit allen (94+?) Pässen findet Ihr hier: Tour Gruppe a , Tour Gruppe b , und die Hotelliste . Leider kann aufgrund Lizenzrecht Karten des Motorradtourenplaner nicht mehr veröffentlicht werden. Bei Fragen an mich wenden.

1.Tag

Am ersten Tag ging es natürlich nicht wie beabsichtigt um 8 Uhr los (Man spürt förmlich Roberts Ungeduld, gelle) . Ralf, Sandra und Oliver hatten hier übernachtet und Peter mit Roland sowie Johannes mit Erich trafen noch einigermaßen rechtzeitig ein, Martin hingegen, der den kürzesten Anfahrtsweg hatte, brauchte noch etwas länger.

Von Thomas war aber noch keine Spur. Nach einer halben Stunde Verspätung traf er endlich ein, was aber einen technischen Grund hatte: Seine Batterie hatte unterwegs schlapp gemacht und jetzt brauchte er dringend eine neue. Es blieb ihm also nur übrig, noch einmal nach München zu fahren, um bei HG vorbeizuschauen.
Die anderen fuhren inzwischen los, aufgeteilt in zwei Gruppen. Ich führte die Gruppe A an, welche etwas weiter fuhr und auch mal auf unbefestigten Strecken unterwegs war. Gruppe B, geführt von Peter, ließ es etwas ruhiger angehen. Zu fünft (Johannes, Erich, Ralf, Roland und ich) fuhren wir über kleine Bauernsträßchen zunächst zum Tegernsee uns von dort aus weiter zum Achensee. Das Wetter war dem Anlass angemessen vom feinsten, Sonnenschein und blauer Himmel. Mir fiel unterwegs das entsetzliche kipplige Fahrverhalten meiner XBR auf. Ich hatte kurz vorher noch neue Reifen aufziehen lassen und vermutete einen schief eingestellten Hinterreifen, was aber nicht zutraf. Etwas ratlos fuhr ich weiter und machte mir schon Gedanken wie ich diese Woche überstehen sollte, als ein Geistesblitz mich rettete. Bei der Überprüfung des Reifendrucks stellte sich heraus, dass er über 3 bar betrug, die Werkstatt also nach dem Aufpumpen den Druck nicht wieder abgelassen hatte. Danach war wieder alles im Lot. Im Zillertal ging es rechterhand rauf zur Zillertaler Höhenstrasse, welche uns tolle Ausblicke ins Zillertal bescherte.

Die Maut für das einspurige Sträßchen vor allerdings saftig, aber das ist ja in Österreich nix neues. Zurück im Zillertal ging es gleich wieder rauf zum Gerlospass. Nach der Passhöhe ließen wir die Mautstrasse rechts liegen und fuhren über die lohnendere alte Passstrasse runter ins Tal. Dort wurde noch einmal getankt und anschließend die Großglocknerstrasse in Angriff genommen. Johannes und ich tauschten die Mopeds und ich kam in den Genuss mit 70PS, (so viele PS sinds doch nicht...) breiten Schlappen, einem knackigem Fahrwerk und trotzdem nur einen Zylinder zur Edelweißspitze hochzubügeln.

Das machte Spaß, auf die Dauer stellte ich es mir aber respekteinflößend vor, eine Woche auf diesem Bock zu verbringen. Auf einer XBR fährt es sich zwar nicht so spektakulär, aber doch um einiges bequemer. Als die anderen auch eingetroffen waren, machten wir uns zusammen auf zum Hochtor und zur Franz-Josefs-Höhe. Dort mischten wir uns unter die anderen (tausenden?) Touristen und reihten uns in die Kantinenschlange ein, um auf der Terrasse die fabelhafte Aussicht auf den Franz-Josefs-Gletscher zu genießen.

Mir fiel auf, wie sehr der Gletscher in den letzen Jahren geschrumpft ist. Seit meinem letzten Besuch dort ist wohl mindestens ein Kilometer abgeschmolzen. Mann darf sich fragen, wie lange noch was von ihm übrig ist. Gut gestärkt ging es runter ins Tal nach Heiligenblut. Das Warten auf den Rest der Gruppe zog sich lange hin, was mit einer Polizeikontrolle zu tun hatte, welche die Nachhut herausfischte und freundlicherweise mit Strafzetteln eindeckte. Kurz darauf sollte es mir nicht anders ergehen. Bei einer Bergabfahrt wollte ich nicht mehr als mit der Motorbremse bremsen, was mich in Konflikt mit der hinter einer Hecke lauernden, Radarpistolenbewaffneten kärntnerischen Gendarmerie brachte. Mein bajuwarisches Idiom erlaubte es mir, die vom Beamten mir gegenüber ausgestoßenen Liebenswürdigkeiten angemessen zu erwidern.

Nachdem ich meinen Beitrag zur Sanierung der kärntnerischen Staatsfinanzen geleistet hatte, konnte ich wieder weiterziehen. Über den Gailbergsattel ging es weiter zum Plöckenpass, der vor allem auf der italienischen Südseite einige schöne Ausblicke und Serpentinen zu bieten hat

In Paularo hatten wir wie bei einer früheren Alpentour das Problem den Einstieg zum Passo di Cason zu finden. Zu allem Überfluss verloren wir uns auch noch, was einen Espresso dauerte, bis wir uns in der Ortsmitte wieder trafen. Die Auffahrt zum Pass war sehr schmal und bei Gegenverkehr musste man sich schon etwas dünn machen. Die Abfahrt ist offiziell gesperrt, da die Strasse abgerutscht ist. Es wurde allerdings eine Piste angelegt, die zwar nicht durch den leichten Schotter anspruchsvoll wurde, jedoch durch die Steigung, welche bei einigen zu einer nervösen rechten Hand führte. Durch viele kräftige Hände gelang es wieder die lieblos hingeworfenen XBR und BMW wieder aufzurichten und die Schlüsselstelle ohne weitere Blessuren zu passieren.

Da die Zeit schon etwas fortgeschritten war, entschlossen wir uns das Gailtal auszulassen und stattdessen unsere Herberge direkt anzusteuern. Über das Nassfeld ging es also zur Feistritzer Alm und zu unserer Herberge, dem Baumgartnerhof. Hoch über dem Faaker See gelegen, hat man von dort aus eine fantastische Aussicht. Wir bezogen schon mal unsere Zimmer und da die zweite Gruppe noch auf sich warten ließ, brachen wir noch einmal zu einer Abendtour zur Villacher Alpenstrasse auf. Der mächtig aufragende Kegel war uns schon vom Hotel aus aufgefallen. Die Straße ist untertags für Motorräder gesperrt, aber da es schon nach 18h war, durften wir mit erlaubten 30 km/h hinauffahren.

In der Realität wurden natürlich mehr als 100 km/h daraus, da weit und breit niemand zu sehen war. Johannes zeigte uns, was die XR bergauf bei Dutzenden von Kurven alles anstellen kann, da war natürlich nix zu machen. Oben hatten wir eine grandiose Aussicht auf die Karawankenkette.

Zurück ging es natürlich wieder über Dutzende von Kurven. Im Hotel trafen wir auf die Gruppe B, welche mittlerweile auch eingetroffen war. Abends ließen wir uns das Menü schmecken,

(erbarmungslos der Fotograf...) welches in der Halbpension eingeschlossen war. Dieser Tag bei schönstem Wetter ließ auf weitere schöne Tage hoffen und war mit 530 km auch der längste der Tour. Die Nacht war relativ erholsam, bis auf die lautstark und inbrünstig vorgetragene Liedinterpretation der einheimischen alkoholisierten Bevölkerung.

Zum nächsten Tag der Tour...

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