European Road
Nur für Eisenärsche!
:"Was
ist das eigentlich???"
http://www.ironbutt.com/about/default.cfm
Wieder
zurück vom Ironbutt. Dieses Mal hab ich nach den Absagen potentieller
XBR-Mitfahrer (Jo, Harri) die SV genommen und wollte das ganze mal auf
Punktejagd angehen. Am Freitagabend traf ich bei Bertls, dem Harleyshop
ausserhalb Bambergs ein. Gleich ging es auf eine 56 km Route, die zum Abgleich der Tachoabweichung diente. Danach wurde angemeldet und
anschliessend stellte Homer Krout wieder den diesjährigen Roadrunner kurz vor:
Minimum 1000 Meilen in 24 h, eine Rechnung von der Autobahnraststelle Riedener
Wald bei Würzburg sowie eine lange Liste mit Fotos von den Bonuspunkten, von
denen es möglichst viele zu sammeln galt. Es gab Würste mit Softdrinks ( diese
Amis
.J) und es wurde noch etwas gefachsimpelt bis sich alle verdünnisierten, um ihre
Tourplanung zu machen. Ich fuhr in mein Hotel, wo ich bei zwei Schlenkala
(Bamberger Rauchbier) meine Planung machte, mit Unterstützung durch Peter am
Handy, der
mir bestätigte, dass auf der Alpensüdseite durchaus besseres Wetter zu
erwarten war. Also konnte ich das Highlight einplanen: zwei Bonuslocations in
Slowenien! Für die gab es zusammen die gigantische
Punkteanzahl von 25000! Das
war also ein Muß!
Die Schwierigkeit bestand darin, zwei Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen: dem Pfingstreiseverkehr, der die Autobahnen nach Süden verstopfen würde und der Schlechtwetterfront, die von Westen herannahte. Am nächsten Tag startete ich ab Bertls um 8:10 h.
Auf die
Autobahn und eine gemütliche Reisegeschwindigkeit von 180 km/h eingependelt. Bis mich der Finne überholte (vor drei Jahren war er extra aus Saudi Arabien angereist),
mit geschätzten
Drunten
im Tal wurde getankt und eine kurze Mittagspause eingelegt, natürlich bei
Kartenstudium. Vorm Katschbergtunnel ging es auf die Tauernautobahn, die auch
relativ ruhig war, den grossen Stau vor einer Baustelle bei Golling hatte ich so
umgangen. Kurz vor
Nach 80 km hinter der Grenze bog ich nach Kranj ab und versuchte mich mit einer sehr groben Karte zu orientieren, zum Glück hatte ich das Zielgebiet Tags zuvor mit der Kamera photografiert. Trotzdem gingen die Abstecher in die Hose und ich musste etwas weiter, aber sicher über einen Umweg durch die Slowenischen Voralpen nach Zelezniki zu gelangen. Die Kreuzung mit dem Schweinekopf-Pub war 15000 Punkte wert. Das war einfach.
Der zweite Punkt, ein Partisanendenkmal, sollte nur einige Kilometer entfernt liegen, so hatte es Homer erzählt. Leider war seine Beschreibung nicht ganz korrekt. Irgendwann stellte ich fest, dass ich wohl zu weit gefahren war und fragte einen Passanten, der mich wieder 10 km das kleine Strässchen zurück schickte. Ich konnte es aber nicht finden und mußte wieder fragen. Aha, es fehlten noch 5 km. Endlich tauchte es auf, weil es nur von dieser Seite sichtbar war, war ich vorher daran vorbeigefahren. Ein Foto und 10000 Punkte mehr (Andere wurden auf Feldwege geschickt, 40 bis 50 km weit, da hatte ich noch Glück).
Über die kurvigen Sträßchen
gelangte ich wieder zur Autobahn, wo es auf einmal zu regnen anfang. Ich
vertraute auf meine neue Gore-Tex Hose und ließ den Regenkombi im Gepäck. Ich
musste wieder tanken und machte ein kleines Päuschen, die Schauerwolken sollten
bald vorbei sein. So war es dann auch, die Strasse war aber noch nass. Alles
sollte aber dicht bleiben. Hinauf nach Kranska Gora und einen Abstecher zum
Wurzenpass mit Foto (Bonus und Länderpunkte). Wieder runter und nach Italien (Länderpunkte)
und hinauf zum Predilpass (Bonus) Es war jetzt 6 Uhr abends und es stellte sich
die Frage, welche Route ich nach Norden nehmen sollte. Wettertechnisch sah es
nicht gut aus, die direkte Fahrt nach Salzburg schien das beste zu sein. Ein kurzer Anruf bei Peter brachte zu Tage, dass in
fast ganz Österreich kein Regen mehr drohte. Also konnte ich den Grossglockner anpeilen, der wäre 3000 Punkte wert. Das Gailtal
nieselte es noch die ganze Zeit, aber das war erträglich. Auf der Auffahrt zum
Glockner leuchtete plötzlich ein Schild:Letzte Einfahrt 19:45h. Mist!
Es war schon nach 8, also wieder umgedreht und nach Lienz. Es wurde dunkel und
in Silian tankte ich wieder, wärmte
Zurück im Pustertal tuckerte ich weiter bis nach Brixen, wo ich auf die Autobahn fuhr. Kalt wurde es am Brenner, aber bald war ich schon im Inntal. Auf der Auffahrt zum Zirler Berg wurde mir klar, dass ich bald tanken musste, aber bis zur deutschen Grenze würde schon noch was kommen. Pustekuchen. Mein Glück war; dass ich sehr wenig verbraucht hatte, so kam ich noch mit dem letzten Liter nach Garmisch. Die einzige Tankstelle weit und breit mit einem Tankautomat. Es gab einen Schock, als er meine EC-Karte nicht annahm: Ausser Betrieb! Zu meinem Glück akzeptierte er aber meine Kreditkarte, sonst hätte die Reise hier ihr Ende gefunden. Der MacDoof hatte noch offen, leider aber nur der DriveIn, also konnte ich mich nicht drinnen aufwärmen, es war nämlich saukalt und ich schön durchgefroren. Durch Schattenboxen brachte ich meine Körpertemperatur wieder etwas nach oben. Weiter ging es zum Kloster, wo nochmal viele Punkte warteten. Das Foto gesteltete sich etwas schwierig, denn blitzen wollte ich um 2 h nachts nicht mehr, um niemand aufzuwecken. So einigermaßen gelang mir der Fotobeweis. Die letzte Bonusstation war Schloss Linderhof, die wartete nochmal mit zwei saftigen Bonuspunktlocations auf (5500). Das Problem war nur: der Garten war versperrt. Aber davon lässt sich ein echter Eisenarsch doch nicht aufhalten! Also in voller Montur (ich halte inzwischen gegen die Kälte den Regenkombi angezogen) über einen Holzzaun geklettern und in den Schlossgarten geschlurft. Der Garten war auf dem Foto natürlich nicht zu sehen, aber die Treppen-Balustrade war mit dem Foto in den Unterlagen identisch, das sollte reichen.
Der zweite Punkte war
eine Statue in einem kleinen Seitengarten. Im Dunkeln wurde mir schnell klar,
dass dort sich aber deren zehn befanden! Drei fotographierte ich noch, mehr
traute ich
Die Veranstaltung löste
sich schnell auf und ich war froh, an diesem Tag nicht mehr nach Hause fahren zu
müssen. In weiser Voraussicht hatte ich noch eine Nacht im gleichen Hotel
gebucht, denn einen Müdigkeitsanfall bei der Heimfahrt am Nachmittag wie beim letzten Ironbutt
2002 wollte ich nicht mehr erleben. Zurück im Hotel war ich immer noch sehr
aufgedreht, wie sollte ich da schlafen? Na gut, ein wenig hinlegen
..8 Stunden
spatter wachte ich wieder auf, um knapp 20 Uhr abends! Schnell geduscht und noch
ins Irisch Pub in Bamberg, wo sich einige Teilnehmer trafen, darunter viele Iren und Engländer, das gab
noch viele lustige Benzingespräche. Viele Freigetränke später machte ich michwieder auf zum Hotel, das war noch ein schöner Abschluß gewesen. Am nächsten
Tag schaute ich noch bei Johannes in Fürth vorbei, mit der Siegertafel, hehe.
Insgesamt
war es wieder ein tolles Erlebnis, für Aussenstehende vielleicht der pure
Wahnsinn, dem ist aber nicht so. Keine starke Müdigkeit oder Überforderung
wie man meinen möchte, eher der Reiz, sich selbst übertroffen zu haben, 24h
Motorradfahren pur und 100% Flow. Unter
anderen Umständen würde ich das auch nicht machen, z.B. wenn ich in den Urlaub
fahren würde, aber die Abwechslung durch die Schnitzeljagd macht das ganze zum
Spaß, denn nur auf der Autobahn dahinzubrausen wäre ja wirklich zu langweilig.Mein Ziel ist es, das nächste
Mal das gleiche mit der XBR zu schaffenJ.
Das könnte klappen, denn Jochens Kumpel Walter brachte es mit seiner CB 450 S
mit 27 PS, einem saufenden Vergaser und dem erwähnten Spritmangel immerhin auf
den 4. Platz! Rrrrrrrespekt! Mal sehen,
der Sieg der SV 650 war ja so schon schwer zu fassen für die Fahrer der
Sporttourer mit weit über 1000 Kubik....